Tee, bitte …

tee-oder-kaffeeIch weiß natürlich nicht, wie es bei euch ist, aber ich trinke gerne Tee. Als Kind, weil unsere Mutter es wollte, natürlich nur im Winter und später in meinem Leben freiwillig, weil ich die ersten 35 Jahre keinen Kaffee getrunken habe. Kommerischer Weise war ich zu der Zeit immer munter 😀 Doch mein Teeverhalten hat sich zusehens verändert. Zuerst habe ich vermeintlich hochwertigeren Beuteltee gekauft (gibt es den überhaupt? Gerne in die Kommentare schreiben) und nach einiger Zeit sind wir dann zu Premiumtee übergegangen, den wir in einem reinen Teegeschäft gekauft haben, mit Verkostung. Da dann allerdings nur echten Tee, Sorte Earl Grey.

Heute wird alles als Tee bezeichnet, was wir in Beuteln, oder als Rohware aus Pflanzen und Früchten mit heißem Wasser übergießen. Im Ursprung allerdings hieß das Getränk Thee (1901 bei einer Rechtschreibreform in das Wort Tee umgewandelt), wurde nur aus den Blättern der Teepflanze gewonnen. Deshalb gibt es im Grunde nur drei wirkliche Teesorten: Schwarztee, Grüntee und Pu-Erh-Tee.

Einer der bekanntesten Schwarzteesorten ist wohl der Darjeling. Die Blätter der Teepflanze werden dabei bis zum Ende fermentiert und schonend getrocknet. Frische Teeblätter sind nicht lange haltbar und verderben schnell. Heute gibt es eine Vielzahl an Teesorten mit verschiedenen Qualitätsstufen. Die höchste Qualitätsstufe ist die „Erste Lese“ (welche ich stets verwende), die im Sieb für nur 2 Minuten aufgebrüht wird, da sich sonst die Bitterstoffe aus den Blättern lösen. Im 19. Jahrhundert wurde der Wirkstoff Coffein in der Pflanze entdeckt. Heute wird die Substanz als Teein bezeichnet, da die Wirkstoffzusammensetzung unterschiedlich ist. Teeblätter werden in ein Sieb, oder lose in eine Tasse oder Kanne gefüllt und mit heißem Wasser übergossen. Nach zwei bis drei Minuten wirkt der Tee belebend, danach schwächt sich die Wirkung ab.

tee-zubereiten

Es gibt so viele Tee-Sitten wie es auch Sorten gibt. Während in Europa meist ein Beutel in heißes Wasser gehängt wird, sind in Japan oft aufwendige Zeremonien notwendig, bevor man den ersten Schluck genießen darf. So gilt es auch als Dekadent, die Teeblätter nach dem ersten Aufguss zu wechseln.

Da Tee leicht den Geruch anderer Lebensmittel annimmt, sollte er luftdicht, trocken und kühl gelagert werden. Dies gilt übrigens ebenfalls für Kaffee, den man gut verschlossen im Kühlschrank aufbewahren sollte. By the way, Kaffee gehört zu den drei besten Düften der Welt. Stellt ein Gefäß mit 4-5 Löffeln gemahlenem Kaffee über Nacht offen in euer Auto und ihr werdet nie wieder einen Duftbaum kaufen 😀

Die beste Teemischung ever, ever, ever habe ich allerdings von meiner lieben Arabella geschenkt bekommen und deshalb überhaupt diesen Beitrag geschrieben. Wie sie diesen wirklich sehr aromatischen, bernsteinfarbenen Tee hergestellt hat, verrät sie in einem ihrer vuelen schönen Kräuterkunde-Artikel, die ich jedem Freund des Genusses wärmstens empfehlen kann 🙂 Äh, ach ja, unverschämterweise gab es den Stollen gleich dazu 😉

tee

Bitte bleibt alle lecker, Arno …

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22 Kommentare Gib deinen ab

  1. Sehr informativ! Ich bin absolute Teetrinkern und genießen ihn auch im Sommer bei höheren Temperaturen und vor allem morgens, nach dem Aufstehen! Liebe Grüße, Julia. 💟

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    1. Danke für das Lob liebe Julia und wer morgens die Muse hat einen schönen Tee zu trinken macht schon vieles richtig 🙂

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  2. Flowermaid sagt:

    … jetzt verstehe ich… bei einer Queen Inkognito… Bernsteingefühl macht immer warm!

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    1. Gute Nacht liebe Blumenfee 🙂

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      1. Flowermaid sagt:

        … für dich auch Arno Freund der Rosen…

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  3. Erika sagt:

    Zum Glück hat sich die Teekultur inzwischen weiter entwickelt, insbesondere in der Gastronomie. Und ja, es gibt gute Beuteltee. Ich kenne 2 Produzenten aus der Schweiz – mehrheitlich Kräuter im Stoffsackerl👍 Und durch ein Hotel bin ich auf die Chiemgauer Teemanufaktur gestossen. Sehr gut und innovativ. Meine Teeschublade ist übervoll, doch einen guten Espresso am Morgen nach dem grünen Tee brauche ich, damit die Lauferei in Schwung kommt.

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    1. Dankeschön liebe Erika, ich werde mal navh den Produzenten schauen. Hab ein wunderbar sonniges Wochenende 🙂

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  4. Sandra Matteotti sagt:

    Ich habe ganz lange keinen Kaffee getrunken, dann mochte ich nur löslichen Instantkaffee (man wundert sich), den anderen aber nicht. Zum Kaffee – so richtig aus der Maschine – kam ich wohl erst gegen Ende 20. Da hatte sie mich aber, die Kaffeeliebe. Kaffee muss für mich schwarz sein und aromatisch, er darf nicht zu viel Säure haben, aber einen vollen Geschmack. Es ist gar nicht so leicht, es mir da recht zu machen, weswegen ich im Restaurant immer noch öfter Tee als Kaffee trinke. Der ist zwar auch oft nicht sooooo toll, aber ich bin beim Tee weniger heikel als beim Kaffee.

    Beim Tee mag ich eine ganze Breite – aber vermutlich trinke ich kaum je das, was du hier (zu recht) als richtigen und guten Tee bezeichnest. Ich mag auch Früchtetees (was ja eher Aufgussgetränke und keine Tees sind). Sehr liebe ich den indischen Chai – eine Mischung aus verschiedenen Gewürzen und Schwarztee. Mit Grüntee kann man mich jagen, Schwarztee mag ich aber sehr. Da ich von Natur eher faul bin, tendiere ich dann doch meist zum Teebeutel – aber du hast recht: Ich sollte wirklich mal wieder richtig guten Tee besorgen. Mal sehen, wo ich den hier kriege (ohne gleich eine ganze Teeplantage zu kaufen (die Preise in Zürich sind ein wenig… überdimensioniert bei vielem 😉 ).

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    1. Guten Morgen liebe Sunny 🙂 Du bist ziemlich viel, aber bestimmt nicht faul 😀 Die Musse mir selber Kräuter für den Tee zu sammeln habe ich leider ebenfalls nicht, dafür allerdings so liebe Menschen wie Arabella, ohne die ich diesen Beitrag nicht gemacht hätte. Guter Tee kostet hier auch richtiges Geld, aber gegen Zürich sind das hier bestimmt alles Schnäppchen, denn da kostet die profane Bratwurst in der Fußgängerzone schon gute 7 Euro, ohne Brötchen 😉

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  5. Ich trinke gerne Tee … am liebsten mit frischer Minze manchmal noch mit Ingwer … lebensnotwendig wird Tee für mich, wenn ich krank bin! Huflattich bei Husten! Ingwer immer! Salbei bei Halsweh! Fenchel bei Bauchweh …. es gibt nichts, das besser hilft, finde ich!

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    1. Mach ich genauso, frischer Ingwer schmeckt toll als Tee, ebenso wie Salbei mit einem kleinen Schuss Honig für den Geschmack 😉

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  6. luiselupini sagt:

    Höchstes Glück war für mich, als mich mein Zen-Meister (Joshu Sasaki) zum Tee einlud und seine Inji Matcha Tee für uns bereitete. Es war meine erste Erfahrung mit Matcha und seither liebe ich ihn. In Japan habe ich dann entdeckt, was alles mit Matcha gemacht wird: Eiscreme, Kuchen…. Tee ist für mich also das Besondere. Am Morgen gibt’s meist Kaffee..

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    1. Japanische Teetraditionen sind etwas Besonderes, auch wenn ich nur darüber gelesen und Berichte darüber gesehen habe und Macha ist wirklich vielseitig einsetzbar. Dankeschön fürs „hier“ sein 🙂

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  7. … liebe Grüße von einer Teeliebhaberin
    Segen dir!
    M.M.

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    1. Liebste Grüße zurück!

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  8. mad4carsblog sagt:

    Was Tee angeht, bin ich eine Banause. Ich trinke gerne mal eine Tasse Tee, verwende aber Beutel. Nur wenn ich Salbei oder Minze aus dem Garten aufbrühe, nutze ich mein Teesieb. Ansonsten bin ich eher Kaffeetrinkerin 😉
    LG Diana
    P.S. Den Tipp mit dem Kaffee im Auto muss ich unbedingt mal ausprobieren (ich verwende keine Duftbäume, die sind eklig), ich liebe den Duft von Kaffee und könnte den ganzen Tag an den Bohnen schnuppern 😛

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    1. Wer Tee aus frischen Blättern zubereitet, ist niemals eine Banausin 😉

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      1. mad4carsblog sagt:

        Puh, nochmal Glück gehabt. Dann bin ich nur eine halbe Banausin 😉

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      2. 1/4 …. vielleicht 😉

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  9. Arabella sagt:

    Guten Morgen lieber Arno,

    gern habe ich Tee schon immer getrunken. Seit einigen Jahren fast ausschließlich. Es ist ein duftendes Vergnügen, den Tag mit einer Tasse Lady Grey zu beginnen. Herrn Ärmel habe ich eine der besten Bezugsquellen zu danken. Ich bin kein Freund von Beuteltee, obwohl schmackhafte dabei sind. Den Tee selbst zu befüllen, dieses duftende Getränk vorher durch die Finger gleiten zu lassen, schenkt etwas was Tee für mich bedeutet – Ruhe.
    Für diesen liebevollen Artikel bedanke ich mich bei dir, mein lieber Freund, in den schnelllebigen Internetzeiten einen Menschen wie dich zu kennen, ist eine Ehre und Freude für mich.
    Deine Ute

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    1. Liebe Freundin, eigentlich gehört dein Kommentar ebenfalls noch zu Beitragstext, denn genau diese Ruhe und Entspannung finde ich, wenn ich dem Tee beim „Werden“ zusehe!

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